Rheinpfalzartikel: Die Wachablösung


Handball: Die TSG Friesenheim und die JSG Mundenheim/Rheingönheim sind führend im weiblichen Jugendhandball in der Vorderpfalz. Dabei verschiebt sich das Gewicht gerade in Richtung der JSG. „Wir haben hinter der A-Jugend ein Loch, weil wir unsere B-Jugend zurückgezogen haben“, sagt Martin Buschsieper von der TSG Friesenheim. Die JSG hat hingegen alle Jahrgänge bis hinab zu den Minis stark besetzt.


Von Volker Endres


Ludwigshafen. Souverän hatten die Friesenheimerinnen zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation zur A-Jugend-Bundesliga gemeistert. Doch das sollte es auch schon mit den Erfolgsmeldungen gewesen sein. Denn in der Bundesliga war bereits nach vier Spielen schon wieder Schluss. Das Team war wieder abgestiegen. „Aber wir hatten die Mannschaft sowieso auch für die Oberliga gemeldet“, sagt Martin Buschsieper, bei der TSG Koordinator des weiblichen Bereichs. Vorrangiges Ziel in der Oberliga – sollte die Runde tatsächlich wieder aufgenommen werden – wird es dann sein, den Spielerinnen in ihrem letzten Jugendjahr Spielpraxis zu geben. Doch Vorrang habe die Damenmannschaft, stellt er klipp und klar fest. „Darauf ist die Ausbildung der Jugendspielerinnen ausgerichtet“, betont Buschsieper. Es sei das Ziel, die komplette A-Jugend auch über diese Saison hinaus im Verein zu halten.Danach klaffe allerdings ein kleines Leistungsloch. Die B-Jugend wurde mangels Masse zurückgezogen und die C-Jugend hatte die Oberliga-Qualifikation nicht geschafft, spielt nun in der Pfalzliga. Fehler seien deshalb aber nicht gemacht worden. „Wir hatten jetzt eben drei Jahre in Folge großes Glück“, sagt Buschsieper. Gerade im weiblichen Jugendhandball seien solche Schwankungen normal.

„Natürlich ziehen starke Jahrgänge auch Spielerinnen an“, erklärt Erik Nessling. Der Mundenheimer Koordinator der Jugendspielgemeinschaft zwischen den VTV Mundenheim und dem TV Rheingönheim verweist auf die starke C-Jugend, die beide Vereine zeitgleich aufgebaut hatten und daraus vor drei Jahren eine Keimzelle der JSG formierten. Mit Erfolg. Vor zwei Jahren gewann die C-Jugend die Meisterschaft in der Oberliga. Im Vorjahr marschierte die Mannschaft von Trainer Marcus Muth ebenfalls bis an die Spitze der Oberliga, wurde vom Saisonabbruch an den Spielen um die Südwestdeutsche Meisterschaft gehindert und nimmt nun einen weiteren Anlauf. „Aber wir haben auch eine A-Jugendmannschaft in der Oberliga und sind dahinter jeweils mit ein bis zwei Mannschaften vertreten“, sagt JSG-Coach Muth.

Das Erfolgsgeheimnis sei eigentlich keines: „Wir haben gute Trainer und bieten eine gute Ausbildung. So etwas lockt die Spielerinnen an“, betont Muth. Auch Nessling sieht darin kein Alleinstellungsmerkmal. „Schließlich bemühen sich alle Vereine um Spielerinnen, aber es wird im Jugendbereich generell immer schwerer“, schildert Nessling.

Eine mögliche Lösung seien Kooperationen. So, wie sie die JSG Mundenheim/Rheingönheim bereits eingegangen ist. Und wie sie auch Martin Buschsieper als Ziel hatte. „Ich habe schon vor Jahren fünf Vereine angesprochen, bin aber auf Granit gestoßen“, sagt er. Das sei besonders traurig, weil es in vier dieser fünf Vereine mittlerweile keinen weiblichen Jugendhandball mehr gebe. „Das ist besonders für die Mädels schade“, findet Buschsieper.

Quelle

Ausgabe: Die Rheinpfalz Ludwigshafener Rundschau - Nr. 275 Datum: Mittwoch, den 25. November 2020 Seite: 21

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